Kinderroller: Stiftung Warentest überprüft Tretroller

Die Stiftung Warentest hat sich die beliebtesten Kinderroller einmal genauer angesehen. Im Fokus des Tests standen die kleinen Miniklapproller, die sich auch bei Erwachsenen zunehmender Beliebtheit erfreuen. Das unabhängige Testinstitut hat sich bislang leider noch nicht mit expliziten Kinderrollern beschäftigt.

Welche Mängel festgestellt

Das Institut hat bei vielen der Kinderroller und Tretroller Sicherheitsmängel festgestellt. So besteht Verletzungsgefahr beim Klappmechanismus von einigen Micro- und JD-Bug-Rollern. In der Führungsnut kann sich das Kind den Finger einquetschen. Einige Hersteller weisen bereits darauf hin, dass die Roller nur für Kinder im Schulalter geeignet sind. Geplant ist, dass bald alle Roller unter die EN 71 Prüfnorm für Kinderspielzeug fallen.

Welche Besonderheiten der Kinderroller wurden bei Stiftung Warentest überprüft?
In den Test gehen folgende Faktoren ein:

Faktoren

Besonderheiten

Wertungsbedeutung

Fahren

  • Anschieben
  • Beschleunigen
  • Rollen
  • Geradeauslauf
  • Wendigkeit
  • Fahrverhalten bei kleineren Hindernissen
  • Fahrkomfort
  • Dämpfung

60 Prozent

Handhabung

  • Gebrauchsanleitung
  • Aufbau
  • Montage
  • Tragen
  • Zusammenklappen
  • Abstellen

15 Prozent

Sicherheit

  • Verletzungsgefahr
  • Trittsicherheit
  • Bremsen
  • Spurstabilität
  • Temperatur des Bremspedals

10 Prozent

Haltbarkeit

  • Dauerprüfung mit unterschiedlichen Bodenbelägen
  • Belastung des Lenkers, Bremspedals und der Trittfläche
  • Rollenverschleiß

15 Prozent

 Merkmale der Testsieger und -verlierer

Zu den Testsiegern gehörte der Hudora Big Wheel, der mit einer Note von 2,2 abschließen konnte. Zu den positiven Merkmalen gehört die gute Verarbeitung, allerdings ist das Trittbrett sehr klein geraten. Dieser Roller ist also nur für die Kleinen gedacht. Dicht gefolgt wird der Hudora Bigwheel von dem Micro Classic Scooter, der mit schnellen Rollen versehen ist, die leider aber auch einen hohen Abrieb zeigen. Der Roller von JD Bug, das drittplatzierte Modell, zeichnet sich durch seine Robustheit und Belastbarkeit aus. Bei den Testverlierern waren die Komponenten nicht gut aufeinander abgestimmt oder es herrschten gravierende Mängel. Diese Geräte sind zum Glück nicht mehr im Handel erhältlich.

Um sich ein besseres Bild von explizit als Kinderroller bezeichneten Varianten zu machen, muss man als Verbraucher die Rezensionen und Testberichte bei den Fachverkäufern vergleichen. Sehr gut im Kinderroller Test schneiden Modelle von Hudora und Puky ab. Hier sind auch die Kundenmeinungen bei Amazon zu empfehlen.

Die Bremsen als eines der größten Mankos aller Roller

Eine große gemeinsame Schwäche der getesteten Roller sind die Bremsen. Denn für Fahrten, die bergab gehen, sind diese zumeist nicht geeignet.

  • Um das Gefährt zu stoppen, muss man die Schutzbleche am Hinterrad gegen dieses drücken. Das ist zwar für das Kind eine Erleichterung, jedoch bringt es den Roller bei einer steileren Abfahrt nicht wirklich zum Anhalten. Deswegen sollte man vermeiden, mit den anderen getesteten Fahrzeugen eine Abfahrt zu überwinden.
  • Lediglich bei dem Wetzer Stickboard für 400 Euro gibt es einen Drahtbügel am Hinterrad. Ganz nebenbei wurde das Modell als Sieger unter den mehrrädrigen Rollern ausgezeichnet.
  • Lediglich sehr geübte Fahrer können bei einer rasanten Talfahrt gekonnt vom Roller abspringen, ohne dass sie bremsen müssen. Dies ist aber auch nur dann möglichst verletzungsfrei zu schaffen, wenn das Tempo nicht schon zu hoch ist.
  • Andere, bereits aufgetretene Verletzungen wurden an den Füßen von Fahrern registriert. Ohne Schuhe sollte man die Scooter deshalb auf keinen Fall benutzen. Die Zehen wurden zwischen dem Bremsschutzblech und dem Hinterrad eingeklemmt.

Die Lenkung wird bei einem hohen Tempo ebenfalls erschwert

Und nicht nur das Bremssystem ist häufig noch nicht ausgereift. Diejenigen mit kleinen Reifen, waren schwieriger zu lenken. Das ist bei einer schnellen Fahrt schnell klargeworden. Was die Firma K2 dagegen unternommen hat: Flotteren Fahrern wurden Federsätze mit eingebaut. Das wiederum bringt aber keine Verbesserung des Bremsvorgangs mit sich.

Die Mängel am Trittbrett

Während die Roller von Hudora und auch JD Bug der Kritik ausgesetzt sind, dass die Stehflächen dem Boden zu nahe kommen, hat der Roller von Wetzer dieses Problem nicht.

  • Die Vorteile eines niedrigen Bretts: Der Einstieg ist leichter, man fährt bequemer und muss weniger Kraft aufwenden, den Roller zu bewegen.
  • Die Nachteile davon: Bei einer Unachtsamkeit oder einem Gegenstand auf dem Boden kann es schnell zu einem Sturz kommen. Dieser kann auch durch ein Aufsitzen auf dem Untergrund entstehen.

Kleine Räder bergen Risiken

Teilweise sind die getesteten Rollen so klein, dass sie leicht in einer Fuge hängen bleiben können. Kommt ein solches Hindernis in die Quere, hilft nur, entweder abzubremsen und den Roller darüberzuheben oder einen Bogen darum zu machen.
Deshalb kann man sich hierbei überlegen, wie viele Rollen tatsächlich nötig sind, um sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können. Man unterscheidet dabei:

  • Die klassische Variante mit einem Rad vorne und einem hinten (Steuerung über Lenker und Gabel, Roller im Test: Hudora Bigwheel, Micro Classic Scooter, JD Bug Aluminiumroller, JD Bug Suspension-Tretroller)
  • Die Roller mit drei oder vier Rädern (Steuerung durch eine Verlagerung des Eigengewichts, Roller im Test: Wetzer Stickboard, K2 Pro Kick, K2 Kick Two, Ciro Addrat, Beaut Gliderboard, Speedliner Speedstick)

Unfälle durch größere Rollen vermeidbar

Anders als der gute alte Kinderroller aus den 50er Jahren hat der moderne Scooter leichtere, kleinere und schmalere Rollen. In einer 2001 in Graz veröffentlichten Studie wurden 74 in einer Kinderchirurgie behandelte Patienten untersucht. Dabei kam man zu dem Schluss, dass 83 Prozent der Stürze auf kleinste Unebenheiten zurückzuführen waren. Sieben Prozent der Kinder blieben mit den kleinen Rädern in Kanalgittern hängen.

Gefahr von Kopfverletzungen

Die Grazer Studie zeigt, dass für eine Verletzung keine große Geländeneigung erforderlich ist. Befragten Eltern zufolge hätten sich nur 4 Kinder sich auf ihrem Kinderroller hangabwärts bewegt. Auch war bei keinem der 74 Vorfälle ein Auto involviert. Die Kinder fuhren ausschließlich auf dem Bürgersteig. Teile hätten sich ebenfalls nicht vom Scooter gelöst. Daraus lässt sich ableiten, dass die Qualität des Rahmens auch bei einem preiswerten Modell gegeben war. Die Unfallursache konnte eindeutig auf die kleinen Räder der Kinder Roller zurückgeführt werden. Insgesamt zogen sich 51 Prozent der verletzten Personen Kopfverletzungen zu. 46 Prozent verletzten sich Arme und Beine. Eine stationäre Behandlung war in 13 Prozent der Fälle notwendig.

Gefahren vorbeugen

Man muss immer damit rechnen, dass Probleme aufgrund mangelhafter Verarbeitung beim Kinder Roller auftreten. In diesem Fall muss das Kind geschützt sein. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Schutzkleidung. Neben Knieschonern, Ellenbogenschonern und einem Helm sollte lange Ober- und Unterbekleidung getragen werden. Während der ersten Zeit sollte der Roller auf möglichst weichem Untergrund gefahren werden. So kann sich das Kind an die sehr direkte Bewegungsübertragung der kurzen Lenkstange gewöhnen. Weiterhin sollten offene Lenkerstangen mit Kunststoffkappen abgedeckt werden.

Ein Scooter ist nichts für Kinder unter 8 Jahren!

Den richtigen Helm auswählen – Was für Fahrräder gilt, gilt auch für Roller

Worauf sollten Sie noch achten?

Natürlich dürfen die Kinderroller oder Tretroller keine Sicherheitsmängel aufweisen. Die Modelle von Hudora oder Puky können vor allem die Kunden von Amazon überzeugen. Hier sind hauptsächlich positive Kundenmeinungen zu erkennen. Ähnliches verraten unsere Testberichte. So haben wir auch den Hudora Big Wheel Kinderroller im Test gehabt. Aber einen wahren Testsieger scheint es nicht zu geben, da es kein korrektes Testumfeld gibt. Schließlich muss der Kinderroller mit Lenkstange, Hinterrad und Rollengröße immer an das Kind angepasst werden. So sollte die Lenkerhöhe verstellbar sein. Mit einer variablen Lenkerhöhe wächst das Laufrad direkt mit. Ähnlich der Kickboards kommt es auch auf die Tragkraft an. Gern geben wir Ihnen zu den verschiedenen Modellen eine Altersempfehlung. In Sachen Bereifung haben Sie die Wahl zwischen harten Gummireifen oder Luftreifen. Natürlich brauchen die Roller auch eine Bremse, um die Fahrten bergab etwas besser zu kontrollieren. Eine Besonderheit mancher Roller: Sie sind zusammenklappbar und grundsätzlich an die Körpergröße der Kinder anzupassen. Daneben gibt es Holzroller, die mit ihrer Natürlichkeit überzeugen. So die Meinungen bei Amazon. In unserem Testbericht erfahren Sie, welche Kinderroller wir grundsätzlich mit 5 Sternen bewerten würden.

6 Antworten auf „Kinderroller: Stiftung Warentest überprüft Tretroller“

  1. Hallo Hannes!

    Gestern hatte ich mich nach einem Scooter für Kinder ab 6 Jahre umgesehen und auch ein wenig im Netz recherchiert, laut einigen Aussagen im Netz sind viele nicht mit den Fertigungstoleranzen was die Lenkerstange und Griffe angehen, da diese sehr wackelig sein sollen, zuminderst bei einigen 120mm Modellen.

    Als ich wie schon erwähnt gestern unterwegs war musste ich bei den Scootern im 30-50EUR Bereich selbiges feststellen, auch bei Marken-Scootern.

    Nun habe ich einen Scooter von Hodura, den Big Wheel XXL 144 ins Auge gefasst, ich weiß aber nicht, wie es bei dem Modell um die Verarbeitung steht, ob da die Lenkstange, die Griffe und der Klappmechanismus auch so wackelig instabil ist wie bei den günstigeren Scootern.

    Hast du oder jemand anderer hier Erfahrungen mit dem Big Wheel XXL 144?

    Mit freundlichen Grüßen

    Ralf

    1. Hey Ralf,

      ich kann das nicht für alle bestätigen, kommt aber vor. Ich habe hier selbst einen Hudora BigWheel XXL in meinem Zimmer stehen und gerade nochmal genau hingeschaut. Die Toleranz ist gut und zu empfehlen. Wenn du als Erwachsener aber darauf fährst, drückst du schnell die höhenverstellbare Stange nach unten. Das ist aber ein Druck den ein Kind nicht auslösen kann. Vertikal also nicht 100% fest, sonst aber mit geringen Toleranzen und alles gut befestigt.
      Am besten fahrt ihr damit mal jeder eine Testrunde, das ist immer der ideale Weg.

  2. Liebes Kinderroller Team,

    Danke für den Testartikel. Das hilft schon mal weiter. Man will ja für seine Kinder nur das Beste und keinen Schrott kaufen wo man nur Ärger mit hat.
    Wäre ja toll wenn ihr eigene Kinderroller Tests machen würdet! Ist aber bestimmt nicht ohne – schafft man ja auch nicht mal eben so.

  3. Es wurde von mir und meiner Begleiterin zwei Tretroller( die für Erwachsene und Kinder zugelassen sind, über 4 Monate auf Asphalt und festgewalzten Waldwegen getestet.Ausführung:Lenkstange einklappbar.
    Der Rollen-Durchmesser betrug jeweils 200 mm mit max. zul. Belastung von 100 kg.für beide Roller-Typen.
    1. Variante: Tretroller mit Luftbereifung:
    a)Der Fahrkomfort ist angenehm. Damit können auch kleine Unebenheiten und kleine Steinchen ohne
    Probleme überfahren werden.
    b) Die Bodenfreiheit beträgt ca. 40 mm, wobei das Trittbrett zum Klapp-Mechanismuß(Gelenk) durch
    eine bogenförmige Befestigung nur eine minimale Angriffsfläche beim Überfahren größere Steine
    oder Absätze auf Asphalt-oder festgewalzten Waldböden bildet ud damit die Sturzgefahr gering ist.
    c) Sehr schlecht zeigte sich die Hinterradbremse bei feuchten bis nassen Böden:
    Die Schmutzpartikel wurden in das Radkastengehäuse geschleudert und stauten sich dort in der
    eingebauten Bremsleiste und an einem Kunststoff-Stollen, dessen Funktions uns nicht erklärbar war.
    Das führte bis zur Blockade des Hinterrades und zum Ausfall der Bremswirkung .Nach mehreren
    Reinigungsarbeiten in dem Radkasten durch mühseliges auskratzen der inzwischen eingetrockneten
    war der Kunststoff-Stollen. Dieser wurde entfernt, ohne dass irgendwelche Nachteile beim Fahren und
    Bremsen auch bei nasser Fahrbahn aufgetreten sind. Seither gab es keine Störungen mehr.
    2.Variante: Tretroller mit Vollgummi-Reifen.
    a) Die harten Schläge beim Überfahren schon kleinster Steinchen infolge der Hartgummi-Rollen sind ein großer Nachteil für diese Ausführung.Die stoßartigen Belastungen, die über die Lenkstange auf die Arme des Fahrers übertragen wurden, lassen kein harmonisches Fahrgefühl aufkommen- Die geringere Reibung der beiden Räder(der Rollwiderstand ist geringer als bei Luftbereifung) wiegen diesen Nachteil nicht auf.
    Viel schlimmer sind folgende gravierende Konstruktionsfehler:
    a) Die Bodenfreiheit zwischen Unterkante des Trittbretts und Boden beträgt nur 28 mm . Dazu ist
    diese Unterkante an der Stirnseite vorne ohne bogenförmigen Übergang zur Lenksäule-Befestigung bzw. dem Gelenk für den Klapp-Mechanismus.
    Der Tester hatte nur einen kleinen Versatz in einer Asphaltdecke überfahren und die Kante an der
    Unterseitige des Tritbretts hake sofort ein und der Testfahrer stürze so schwer, dass er sich zur Behandlung der Verletzungen ambulant in ein Krankenhaus begeben musste.
    Sofort wurde der Hersteller und Händlers dieses Tretrollers über den Unfall informietr und aufgefordert,diesen Schweren Mangel sofort zu beheben bzw. die Kunden über die Unfallgefahr zu informieren. DEr Schreiber dieser Zeilen hat eine Zwischenlösung gefunden, dieses Problem durch nachträglichen Einbau einer sogenannten Schutzkufe zu lösen,damit die Unfallgefahr minimiert wird.
    b) Die Bremse am Hinterrad über das federnde Schutzblech funktioniert bei nassen Straßenverhältnissen nur sehr eingechränkt. An einem Gefälle von ca. 3 bis 4 % ist der Tretroller trotz
    stärkster Bremskraft über den Fuß auch bei kleiner Anfangsgeschwindigkeit nicht mehr zum Stilstand zu bringen und der musste mehrfach in halsbrecherischen Manier von dem Tretroller abspringen !
    Auch hier liegt ein Konstruktionsfehler vor. Denn bei nasser Oberfläche des Hartgummi-Rades und der glatten Oberfläche des federnden Schutzbleches ist die Reibkraft viel zu gering, um den Tretroller ab
    einer bestimmten Geschwindigkeit selbst bei leichtem Gefälle innerhalb kürzester Zeit zum Stillstand zu bringen. Das kann lebensgefährlich werden und der Hersteller wurde von mir sofort aufgefordert, hier auf das Gefahrenmoment bei seinen Kunden hinzuweisen und nur auf geraden Bodenflächen und sehr geringem Gefälle(unter 2%) den Tretroller zu benützen. Auch hier habe ich eine Lösung gefunden, kann aber erst nach einer gewissen Zeit nachträglich in die betreffende Roller eingebaut werden.

    Ich möchte den Namen des Herstellers wegen der bevorstehenden Verhandlung noch nicht nennen.Sollte jedoch keine positive Haltung des Herstellers sich herausstellen, werde ich den Namen veröffentlichen.
    E.H.

  4. Hallo,
    ich habe mir bisher einige Scooter im Preisbereich 50 bis 70€ angeschaut. Mittlerweile bin ich allerdings unsicher, ob wir einen solchen für unsere Tochter kaufen sollten. Sie ist 5Jahre alt, 116cm und knapp 20 kg schwer. Ist sie zu jung, klein, leicht für einen Scooter Big Wheel mit zwei Rollen?
    Vielen Dank und viele Grüße,
    Doris K.

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